Vom Norden Perus bis ans südliche Ende des südamerikanischen Kontinents: Radreise von Trujillo nach Punta Arenas travel blog

Beim Hito Cajon an der bolivanisch-chilenischen Grenze

Kurz bevor ich mir den Gips nach 7 Tagen abnahm (Bild in...

Blick von Westen auf den südlichen Ausläufer der Oase von San Pedro...

Die Cordillera de Sal im Abendlicht (westlich von San Pedro).

Die Thermas de Puritama auf 3'500 m.ü.M.

Einer der Pools der Thermen.

Flamingo bei der Laguna Chaxa im Salar de Atacama.

Nach 950 überwundenen hm war das Ziel, der Cerro Toco bereits etwas...

Der idyllische Zeltplazt auf knapp 4'300 m.ü.M.

Aussicht auf den Berg kurz vor dem Lagerplatz, aktuelle Höhe ca. 5'000...

Eines der Teleskope für die Beobachtung der Mikrowellenhintergrundsstrahlung mit dem Observatorium "Alma"...

Blick gen Norden vom Gipfel des Cerro Toco aus u.a. auf die...

Beim Aufstieg auf den Sairecabur (5'980 m.ü.M.) kamen wir auch an etwas...

Fantastische Aussicht vom Gipfel des Sairecabur, hier auf die Vulkane im Norden.

Höher ging's für mich nicht mehr:-)


Nach einer ruhigen letzten Nacht in Quetena Chico (Bolivien) fuhren wir – der Fahrer, eine ältere Frau und ich – um halb sechs Uhr morgens los. Die Pisten durch das teilweise hügelige Land auf dem Weg an die Grenze waren ziemlich mies, eventuell noch mieser wie bis nach Quetena Chico. Zweimal war der Fahrweg auf ca. 50 Metern ziemlich tief Überflutet, wobei diese Passagen mit dem Fahrrad vielleicht sehr umständlich über die Bofedales (feuchte Grünflächen) links und rechts hätten umgangen werden können. Es gab ein paar komplett felsige Abschnitte, wobei die Piste Spalten aufwies. Schön war die Fahrt aber auf jedenfall, wir kamen dabei an zwei schönen Lagunen vielen Flamingos vorbei. Ich war schon etwas traurig die eindrückliche Landschaft nicht richtig mit dem Fahrrad erleben zu können, umso mehr, als wir bei den Termas de Chalviri, welche bereits an der berühmten Lagunenroute lag, zwei Radfahrer auf dem Weg nach Uyuni passierten. Sch****e. Die Piste auf dem Weiterweg zur Laguna Verde nahe am Grenzposten sah ziemlich sandig aus, was wohl keinerlei Begeisterungsstürme auf dem Fahrrad hervorgerufen hätte, im Gegenteil. Nach etwas mehr wie drei Stunden Fahrt kamen wir beim Hito Cajon - am Fusse des Vulkans Juriques – an. Ich packte mein Fahrrad, verabschiedete mich und holte mir den Ausreisestempel im kleinen Grenzposten. Wie erwartet war hier einiges los. Touristen, welche mit diversen Geländefahrzeugen von Uyuni den grossen Salar und dann die Lagunenroute bereist hatten, warteten auf die kleinen Transferbusse hinunter ins chilenische San Pedro de Atacama. Die bolivianischen Fahrer der genannten Geländewagen warteten hingegen warteten in der unwirtlichen Landschaft auf 4'500 m.ü.M. auf neue Passagiere aus Chile. Ihnen war es dabei nicht erlaubt hinunter in's 2'400 m.ü.M. hoch gelegene San Pedro zu fahren, wo ein deutlich angenehmeres Klima wartete. Um meinen schmerzenden Unterarm zu schonen hatte ich eigentlich geplant mit einem Bus hinunter zu fahren, aber ich erfuhr von einem der Fahrer, dass an diesem Tag die Busse ziemlich ausgebucht seien und so entschied ich mich dann um 9.40 Uhr selber auf den Weg zu machen. 50 Minuten später hatte ich die letzten Meter schlechter Strasse endlich hinter mir und mehr als 2'200 Höhenmeter Abfahrt vor mir! Yessss! Unter einem stahlblauen Himmel konnte ich mein Fahrrad auf bestem Asphalt schön laufen lassen, was für ein Gefühl! Vor den Kurven war es dann aber doch anzuraten etwas stärker abzubremsen, wer weiss, was dahinter auf auf der Strasse liegt, ein paar Kieselsteine reichen und man fliegt von der Strasse. Bei über 60 kmh keine Option. Und wer will schon bei solch einer genialen Abfahrt des persönlichen Geschwindigkeitsrekords wegen nur auf die Strasse konzentrieren, wenn die Aussicht hinunter auf die Atacamawüste und die fernen Vulkane ebenfalls wunderschön ist. Unterwegs traf ich zuerst auf zwei US-Amerikaner auf einer Trainingstour mit unbeladenen Fahrrädern. Auf der gemeinsamen Abfahret kam uns nur kurze Zeit später ein etwäs älteres Schweizer Paar mit voll beladen Fahrradfahrer entgegen, mit denen wir nett plauderten. Sie machten sich dann auf den sehr beschwerlichen Weg in Richtung Paso Jama, sprich Argentinien, und wir auf die letzten paar hundert genussvollen Höhenmeter Abfahrt. Aber auch diese war irgendwann einmal vorüber und nach den letzten ebenen10 Kilometer war der Zoll und damit San Pedro de Atacama in Chile noch vor der Mittagszeit erreicht.

Die Einreise nach Chile beinhaltete neben den üblichen Zollformalitäten auch die obligatorische Lebensmittelkontrolle, bei der ich erfuhr, dass industriell in Bolivien hergestellte Lebensmittel problemlos eingeführt werden können, was ich nicht gewusst hatte. Als nächstes fuhr in's „Dorfzentrum“, wo ich mit Thinu Rihs telefonierte, der seit mehr als zwanzig Jahren hier wohnte. Er empfahl mir das Hostal „Casa Adobe“ als Unterkunft ,in dem ich auch gleich ein Zimmer bezog. Danach kaufte ich mir ein Busticket nach Calama für den späten Nachmittag, wo ich mich im Notfall („urgencia) im Spital „El Loa“ anmeldete, wie sieben Jahre zuvor, als ich an einer Salmonellenvergiftung gelitten hatte. Kurz darauf folgte die Triage, bei der die Körpertemperatur und der Puls gemessen wurde. Da mein Zustand nicht lebensbedrohend war schickte man mich wieder zurück in den gut gefüllten Wartesaal, wo ich eines Tat nämlich warten, aber ich hatte ja Zeit. Irgendwann wurde ich dann in ein Behandlungszimmer gerufen, wo ich wieder lange wartete bis dann endlich ein Arzt auftauchte. Seine Diagnose lautete „Tendinitis“. Also hatte ich eine Sehnenentzündung im linken Unterarm, was das Gefühl erklärte, dass die Sehnen schlecht geschmiert seinen (harzten...). Da die Bewebung der Finger und des Handgelenks und die Torsion des Unterarms schmerzten verpasste man mir einen halboffenen Gips von der Hand bis auf halbe höhe Oberarm, den ich während einer Woche tragen sollte. Desweiteren verschrieb man mir eine Prednisolontherapie (eine Art Kortison) von 2x20mg während 5 Tagen und noch Entzündungshemmer (Ketoprofen, 2x150mg/d) während drei Tagen. Um 21.15 war ich dann endlich entlassen worden. Die Behandlung ohne Medikamente kostete 70'000 chilenische Pesos (ca. 140 CHF).

Fahrstatistik:

-Fahrtag 63 06.11.12 Hito Cajon (Bolivianischer Grenzposten) - San Pedro de Atacama (Ab Paso Jama Strasse Asphalt):

l: 49.0 km, t: 2h 07 min, v mittel: 23.3 km/h, v max: 66 km/h, Höhendifferenz: 258 m, h max: 4650 m.ü.M.

Abgesehen davon geht es mir sehr gut. Ich geniesse das Klima, das touristische Treiben und den Luxus hier im teuren Dorf. Super ist es auch, dass ich hier ja Martin Rihs kenne, einen Schweizer, der seit 22 Jahren hier lebt und den ich ja vor 7 Jahren bereits besucht hatte. Ich kann mich also nicht beklagen und die Schuhe einhändig binden kann ich ja auch:-) Morgen Abend werde ich auch noch an einer Tour im privaten Observatorium vom franz. Astronomen Alain teilnehmen - war da auch scon 2 Mal auf der letzten Reise. Es wir dabei eine franz. sprachige Tour sein... ihr seht, während dem fast 2 monatige Aufenthalt in La Paz unter vielen Franzosen und anderen französischsprachigen Reisenden habe ich sogar noch was gelernt:-). Ich rede jetzt wahrscheinlich besser Französisch wie nach der Sekundarschule.

Update 19.11.12

Nachdem der Gips nun weg ist dauert es aber noch etwas bis ich losfahren kann. Eine Ultraschalluntersuchung am letzten Dienstag ergab nämlich, dass 4 von 6 Sehnen im Unterarm immer noch entzündt sind => nochmals 5 Tag mit Ketoprofen, Voltarensalbe und 5 Sessionen beim Kinesiologen (u.a. Dehnübungen). Mittlerweile ist es viel besser geworden, ich bin also auf gutem Wege der Besserung:-)

Bericht folgt.

Ich bin heute Nachmittag von der dreitägigen Tour zum Cerro Toco (5'600m)zurückgekehrt. Nach ein paar Ruhetagen werde ich dann wohl so um den 20./21.Dezember in Richtung Salta (Argentinen) aufbrechen.

Update 21.12.12:

Wenn das Wetter hält (kein Schnee am Paso Socompa) breche ich morgen zur etwa 1000 km langen Etappe nach Salta auf. Ich bin dann ca. für 14 Tage ab vom Schuss. Die Chance ist klein, dass ich in einem der wenigen Dörfchen Internet finde.

Auf jeden Fall wünsche ich Euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch in's 2013!

Fahrstatistik für San Pedro de Atacama und Umgebung (06.11.12 - 21.12.12):

Als Wiederaufbautraining habe ich 6 Fahrradtouren unternommen mit mehr oder weniger steigender Intensität (und wenig Gepäck):

1) Hoch zur Cordillera de Sal, 2) Fahrt bis zum Anfang der Steigung der Paso Jama Strasse in Richtung Argentinien (höchster Punkt: 2'600 m.ü.M., 3) Besuch der Thermas de Puritama (l: 61 km, t: 4h 05min, Höhendifferenz: 1254 m), 4) Auf der Paso Jama Strasse bis auf 4'200 m.ü.M. hoch (l: 72.3 km, t: 5h 03min, Höhendifferenz: ca. 1770 m, v max.: 70 km/h)

5) Besuch der Laguna Chaxa im Salar de Atacama (l: 129.2 km, t: 5h 50min, Höhendifferenz: ca. 500 m), 6) Fahrt zum Eingang zur Laguna Ceja (l: 37.3 km, t: 1h 41min, Höhendifferenz: 100 m)

Dazwischen war ich immer wieder zu Thinu gefahren (jedesmal ein paar Kilometer).

Hauptprobe: San Pedro de Atacama - Observatorium ACT am Cerro Toco:

Dies war die erste wirkliche Tour seit ich aus Bolivien angekommen war und deshalb zähle ich auch erst diese Fahrtage wieder als Tourentage dazu.

-Fahrtag 64 11.12.12 San Pedro de Atacama - Camp abseits der Passstrass Jama (abgesehen von letztem kurzen Teil alles Asphalt):

l: 39.9 km, t: 5h 15 min, v mittel: 7.6 km/h, v max: 35 km/h, Höhendifferenz: ca. 1850 m, h max: 4305 m.ü.M.

-Fahrtag 65 12.12.12 Camp abseits der Passstrass Jama - Camp am Cerro Toco (6km Asphaltg, rest Piste):

l: 16.8 km, t: 3h 15 min, v mittel: 5.3 km/h, v max: 47 km/h, Höhendifferenz: ca. 890 m, h max: 5150 m.ü.M.

-Fahrtag 66 13.12.12 Camp am Cerro Toco - San Pedro de Atacama (10 km Piste, 45 km Asphalt):

l: 16.8 km, t: 2h 18 min, v mittel: 23.7 km/h, v max: 65 km/h, Höhendifferenz: ca. 97 m, h max (zu Fuss): 5600 m.ü.M.

l: 494 km, t: 35h 27min, Höhendifferenz: 7564 m,

Gesamtstatistik (Trujillo-San Pedro de Atacama):

l: 4316 km, t: 336h 40min, Höhendifferenz: 54016 m



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