Vom Norden Perus bis ans südliche Ende des südamerikanischen Kontinents: Radreise von Trujillo nach Punta Arenas travel blog

Kurz nach verlassen von Tupiza auf dem Weg in die Berge.

Aussicht vom "El Sillar" auf 3'700 m.ü.M.

Nach dem sehr heftigem Gewitter mit Hagel um die Mittagszeit.

Blick zurück Richtung Ostem beim Anstieg zum letzten Pass der 2. Etappe.

Am frühen Morgen des 3.Tages mit dem Cerro Tres Cerrillos im Hintergrund.

Blick in Richtung Südwesten.

Eine von Erosion geprägte Landschft.

San Pablo de Lipez im letzten Abendlicht.


Acht Tage nach dem ersten, missglückten Versuch die bis anhin härteste Etappe auf meiner Radreise in Angriff zu nehmen verliess ich mit meinem gut beladenen Rad die Stadt gegen Norden. Noch an dem Morgen hatte ich die letzte Tablette der Ciprofloxacin-Kur eingenommen. Ich hatte einfach keine Geduld mehr länger zu warten. Zumindest war ich nicht bereits vorher aufgebrochen, was mir aber auch nie in den Sinn gekommen wäre. Es gibt aber Radreisende, welche viel ungeduldiger gewesen waren wie ich, so zum Beispiel die Französin, welche mit ihrem Freund La Paz Richtung dem Salar de Uyuni verliess und ihre Antibiotika-Therapie (ebenfalls infolge einer Salmonelleninfektion) noch nicht einmal begonnen hatte. Wie auch immer, in meinem Fall war der prompte Aufbruch eventuell mitschuldig an dem was noch passieren sollte.

Es ging schon bald zur Sache, sprich die Strasse führte steil hinauf in die erosionszerfurchten Berge westlich von Tupiza. So war es irgendwie nicht wirklich erstaunlich, dass ich mich bereits nach etwa Stunden etwas müde fühlte - eigentlich suboptimal in Anbetracht dessen, dass dies ja erst der Anfang war. Die paar Offroad Fahrzeuge, welche mich im Verlaufe des morgens überholten, zeugten davon, dass ich mich auf einer touristischen Route befand. Nach etwa 1'000 überwundenen Höhenmeter - Tupiza liegt etwa auf 3'000 m.ü.M. - gelangte ich zum Aussichtspunkt "El Sillar", benannt nach den nördlich gelegenen Sandsteinformationen. Dies war ein guter Grund eine weitere Pause einzulegen, bevor die Piste wieder steiler ansteigen sollte.

Die Bewölkung gen Westen - sprich also in Fahrtrichtung - wurde dann zusehends dichter und ab und zu war auch ein Grollen zu vernehmen gewesen. Dass dies ziemlich schlechte Vorzeichen sein sollten, wollte ich zuerst nicht wahrhaben. Bald einmal dämmerte es mir aber, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ich inmitten eines Gewitters stecken sollte und es war noch nicht einmal Mittagszeit! Nach den Anstrengungen, welche ich hinter mir hatte kam es für mich aber nicht in Frage umzukehren, eher fuhr ich noch eine Weile weiter um dann kurz vorher das Zelt zwecks Wetterschutz aufzustellen. Ich wusste ja nicht wie lange das Unwetter dauern sollte und ich wollte die verbleibende Distanz bis Nazarino (ein Weiler hinter dem vor mir liegenden Pass) möglichst klein halten, wobei "klein" relativ zu verstehen ist. Es kam dann wie es kommen sollte, ich war bereits an einem potenziellen, nicht allzu exponierten Platz zum Zelten vorbeigefahren, als die Wolken immer schwärzer wurden und es in immer kürzeren Intervallen donnerte. Als ich dann denn nächsten mehr oder weniger flachen Platz innerhalb einer weit gezogenen Kurve leicht hang abwärts und etwa 50 Meter von der Strasse entfernt sah musste ich nicht zweimal Überlegen und schob mein Fahrrad dahin. Blitz, Donner und der beginnende Regen und der Hagel liessen mich das Zelt in Windeseile aufstellen, ich hatte immerhin noch Zeit gehabt den Untergrund von Steinen und stacheligen Gebüschen zu befreien. Das Fahrrad hatte ich bereits vorher zur Verminderung des Risikos vom Blitz erschlagen zu werden (Stahlrahmen) gut zwanzig Meter weit vom Zelt weg auf den Boden gelegt und so konnte ich gerade noch rechtzeitig vor dem Gröbsten mein Gepäck im Vorzelt deponieren und mich dann in den Schutz des Zeltes, wenigstens vor Regen, Wind und Hagel, zurückzuziehen. Dies tönt jetzt schon fast wild-romantisch, im Zelt zu liegen und den Regen und den Hagel zu hören, wie er aufs Aussenzelt hämmert und der Wind am Zeltstoff zerrt... Dies hätte sich ohne Blitz und Donner vielleicht auch so angefühlt aber Realität war, dass das Gewitter direkt über mich hinweg zog, sprich Blitz und Donner zum Teil gleichzeitig auftraten, was nicht wirklich gut fürs Nervenkostüm war. Bei jedem krachen des Donners erschrak ich ziemlich, aber Panik oder sogar Todesangst hatte ich zum Glück keine verspürt. Ich dachte einfach mit etwas Wehmut daran, dass vielleicht mein letztes Stündchen geschlagen hatte. Um aber die Chance, dass dies dann auch tatsächlich auftrat zu verringern hatte ich mich mit teilweise ausgehängtem Innenzelt auf die Zeltunterlage in "Gewitterstellung (Beine zusammen)" hin gekauert. Dass ich fähig bin diesen Bericht zu schreiben deutete daraufhin, dass ich nochmals "Schwein" gehabt hatte und nach einer Stunde war der Donner nur mehr aus östlicher Richtung zu vernehmen, was daraufhin deutete, dass das Gewitter an mir vorbei gezogen war. Da der Himmel im Westen immer noch stark bewölk war, wollte ich nicht bereits weiterfahren, aber immerhin regnete es nicht mehr und ich konnte das Zelt verlassen. Die Umgebung hatte sich etwas verändert, so gab es einerseits Anhäufungen von grösseren Hagelkörnern, vor allem an der Stirnseite vom Zelt und andererseits floss nun ein Bach nahe an meinem Zelt vorbei, ein kleiner Seitenarm sogar zwischen dem rechten hinteren Häring und dem Innenzelt. Ich fühlte mich fast 30 Jahre in die Kindheit zurück versetzt, als ich mit meinem Schäufelchen - das ich normalerweise für das Vergraben von "grösseren Geschäften" verwendete - dieses Bächlein weg vom Zelt in den Bach umleitete:-) Es hatte mich schon erstaunt, dass von diesem nicht allzu grossen, flachen Hang oberhalb des Zeltes so viel Regen aufgefangen wurde. Vermutlich konnte der trockene Boden den in kurzer Zeit gefallene Regen einfach sehr schlecht aufnehmen.

Zweieinhalb Stunden nach dem Beginn des Gewitters sass ich wieder auf dem Fahrrad, nachdem es nicht mehr nach Regen aussah. Etwas zuvor war noch ein Car in Richtung Tal vorbeigefahren - wirklich erstaunlich, wo Busse in Bolivien überall durchfahren. Die restlichen ca. 300 Höhenmeter bis zum Pass brauchten nochmals Durchhaltewillen, da vor allem da Rampen, welche die Kurven einleiteten ziemlich steil waren, so steil, dass ich zum Teil mit nur 3.5 Stundenkilometer unterwegs war, so schnell etwa wie ein Spaziergänger. Wie schnell ich mit dem ganzen Gepäck zu Fuss unterwegs sein würde will ich mir aber lieber nicht vorstellen. Vom höchsten Punkt an diesem Tag hatte ich eine recht weite Sicht gegen Westen, trotz der Bewölkung, im Südwesten aber gewitterte es. Was ich nicht erwartet hatte waren, dass ich noch vier Lastwagen passieren würde, welche auf dem Weg von Nazarino in Richtung Tupiza unterwegs waren. Ich hatte eigentlich gedacht auf einer selten befahrenen Strecke unterwegs zu sein, aber so täuscht man sich. Als ich dann hinunter zum Weiler fuhr kam mir dann auch noch eine Ambulanz entgegen. Es war bereits später Nachmittag als ich in Nazarino ankam. Es handelte sich dabei um eine kleine Ansammlung von Häusern etwas verstreut über das Tal. Im Kiosk kaufte ich der netten Frau alle grossen Trinkwasserflaschen ab, die es hatte (total 8 L). Da ich nur noch 5 L Wasser am Fahrrad hatte liess ich mir von einem Knaben den Brunnen zeigen, ca. 400 Meter vom Kiosk weg, in Richtung Westen, wo ich nochmals 2 Liter auffüllte. Vollbeladen fuhr ich dann nur noch 2 - 3 km, da es wieder nach Niederschlag aussah, bevor ich mein Zelt oberhalb der Strasse auf einer kleinen Ebene aufstellte. Es fing wieder an zu Regnen, sprich das zweite Gewitter des Tages zog über mich hinweg. Als der Regen dann um halb neun Uhr aufhörte konnte ich wenigstens mit Kochen anfangen, wobei das Starten des Benzinkochers bei dem Wind nicht wirklich einfach war. Anzumerken ist, dass an dem Abend das eine oder andere Fahrzeug (meist Lastwagen) vorbeifuhr.

Der nächste Morgen begrüsste mich endlich wieder mit Sonnenschein. um 9.20 Uhr war ich dann endlich wieder auf dem Sattel und nahm die zweite Etappe in Angriff. Was mich etwas irritierte war der Verkehr der während der ersten Tageshälfte herrschte, so überholten mich die obligaten paar Tourenjeeps von Tupiza her kommend, dann gab es da noch Lastwagen, welche sehr wahrscheinlich zu oder von den Minen her unterwegs waren, zwei Busse und einen Ambulanzwagen (derselbe, der mir am Tag zuvor auf der Abfahrt nach Nazarino entgegen gekommen war). Es ging rauf und runter bei eher eintöniger, weiter Landschaft. Erwähnenswert - abgesehen von den schwindenden Kräften - war ein kurzes Schlammintermezzo, bei dem ich ganz unbedarft mein Rad an einer grossen Pfütze vorbei schob auf sehr aufgeweichtem Untergrund. Was dann zur Folge hatte, dass vor allem die Pneus mit der klebrigen Erde zugepappt waren. Ich konnte ein Teil der Sauerei entfernen, aber nicht alles, vor allem am Hinterrad streifte die Pampe am Schutzblech. Da Reibung Kraftverlust bedeutete und ich eher zu wenig Kraft hatte beschloss ich nach ein paar hundert Meter das Problem endgültig zu lösen. Leider musste ich dazu das Rad abpacken und auf den Kopf stellen um das Hinterrad ausbauen zu können, damit ich den fest gewordenen Schlamm abkratzen konnte. Da sich der Himmel mittlerweile etwas zugezogen hatte war es immerhin nicht allzu heiss so ohne Fahrtwind. Ein halbe Stunde später war ich dann wieder auf dem Rad. Etwas später näherten sich vereinzelte dunkle Wolken, welche aber zum Glück nur ein paar Tropfen Niederschlag brachten. Ich will mir nicht vorstellen, wie ich auf einer aufgeweichten Piste vorwärts gekommen wäre. Es war bereits bei trockenen Verhältnissen anstrengend genug. Fünf Kilometer später kam ich zur Abzweigung zur ein paar Kilometer nördlich gelegenen Mina Chilcobija (gehört der Empresa Minera Unificada S.A.), wo immer noch Antimon abgebaut wird. Ich liess diese rechts liegen und fuhr in ein flaches Tal hinunter, wo ich so um halb zwei Uhr Mittags, per Zufall ziemlich nach der Hälfte der Tagesetappe, sprich nach 25 km, meinen wohlverdienten halbstündigen Mittagsrast einlegte. Es dauerte dann nicht mehr lange bis ich von der nächsten Abzweigung aus in der Ferne die Gebäude und mit dem Fernglas auch den Förderturm der Mine Avaroa sehen konnte. Hätte ich die letzte Abzweigung genommen wäre ich von Norden her kommend wieder hier gelandet. Bis anhin hatte ich mich auf der Piste nach San Vincente – einem etwa 35 km nordwestlich gelegenes Minenstädtchen, wo Silber und Zink abgebaut wird – befunden. Wenige Kilometer später verliess ich dann die Hauptpiste auf einer schmaleren „Strasse“ gegen Westen, wo sie zuerst noch mehr oder weniger sanft anstieg, dann aber wieder unangenehm steiler wurde. Das die Piste kurz vor den Kurven meist noch steiler wurde machte mir das Leben zusätzlich schwer, sprich genau das machte mich fertig. Da ich mittlerweile bereits ziemlich müde war musste ich immer wieder kurz pausieren. Zwei Stunden nach dem Mittagsrast war ich erst 12 Kilometer weiter gekommen als mich die Müdigkeit und der sinkende Blutzuckerspiegel zu einer zehnminütigen Pause zwangen. Immerhin hatte ich mittlerweile etwas an Höhe gewonnen, wodurch ich meine Blicke über die Weiten der hügeligen Landschaft der Sierra de Lipez schweifen lassen konnte und wieder Lust hatte Fotos zu machen, das Letzte hatte ich vor knapp viereinhalb Stunden geknipst. Um halb sechs Uhr abends erreichte ich dann endlich den höchsten Punkt dieser Etappe mit knapp 4'400 m.ü.M., Ich gönnte mir nur eine kurze Pause, da es nur noch etwa eine Stunde bis Sonnenuntergang war. Auf der Fahrt hinunter ins Tal passierte ich eine interessante Quebrada und ein paar verlassene Gebäude, gemäss der IGM Karte muss das die ehemalige Estancia Morokho Orkho gewesen sein. Kurze Zeit später fand ich dann heraus, dass ich trotz der Abgeschiedenheit nicht mutterseelenalleine war, denn von weitem sah ich einen Fahrradfahrer an der vor mir liegenden Kreuzung stehen. Vermutlich hatte er mich auch gesehen, so schien es wenigstens als er ein paar Mal in meine Richtung sah. Was er wohl so weit ab vom Schuss mit dem Fahrrad machte? Vermutlich dachte er dasselbe und eigentlich war ich derjenige, der Fehl am Platz war. Er war sehr wahrscheinlich einfach auf dem Weg nach Hause, wo das immer auch war. Gemäss einem Wegweiser an der Abzweigung kurz zuvor gibt es Dorf Namens Viluyo in südwestlicher Richtung 15 Kilometer von hier aber das scheint mir doch zu weit und Jedenfalls fuhr er nach einer Weile in Richtung Süden und verschwand. So konnte ich nun unbeobachtet zu meinem Zeltplatz fahren. Ein paar hundert Meter nach der Kreuzung verliess ich die Piste und stellte mein Zelt einfach ins Gelände, flach war es fast überall. Höhe des Zeltplatzes: 4'230 m.ü.M.

Im Verlaufe des Abends bemerkte ich Wetterleuchten in den Bergen im Süden und etwas weniger in östlicher Richtung, sprich der Richtung aus der ich gekommen war. Gegen Westen, von wo das Wetter normalerweise kommt, war es zum Glück ruhig. So weit ich mich erinnere waren während des Abends noch ein, zwei Lastwagen vorbeigefahren.

Ich stand am darauf folgenden Morgen für meine Verhältnisse früh auf, sprich um halb sechs Uhr, um an dem Tag noch möglichst weit zu kommen, da die Wasserreserven bereits so geschrumpft waren, dass es nur noch knapp für eine weiteres Camp reichen würde. Der stahlblaue Himmel und die wärmenden Sonnenstrahlen vereinfachten das Aufstehen ziemlich. Was die Temperatur angeht war es bis anhin eigentlich sehr angenehm gewesen. So hatte ich in der Nacht nie weniger wie 2 °C im Zelt. Leichter Bodenfrost deutete aber daraufhin, dass es ausserhalb ein paar Grad unter Null gehabt hatte. Über den Gipfeln des Cerro Tres Cerrillos vier Kilometer im Westen gelegen hing noch ein dünnes Wolkenband, was sich aber bald auflöste. Wie immer dauerte es noch eine geraume Weile bis ich alles zusammengepackt hatte und abfahren konnte, aber wenigstens war ich bereits so zwanzig nach Acht Uhr wieder auf der Piste auf dem Weg in Richtung des ersten kleinen Passes. Ich hatte mich von der Anstrengung vom gestrigen Tag offenbar etwas erholt, so dass ich mich eigentlich noch gut fühlte, als ich eine Stunde und knapp 200 Höhenmeter später oben ankam. Aus 4'440 m.ü.M. hatte ich einen schönen, weiten Ausblick nach Westen auf die hügelige Landschaft. Auf den nächsten 13 Kilometer kam ich gut voran da es vor allem bergab ging. Dort, wo drei Schluchten nah auf einander zusammentrafen, war dann auch der Tiefpunkt der Etappe erreicht in 4'170 m.ü.M. Ich sollte noch sechseinhalb Stunden für die 40 Kilometer und über 1'000 Höhen benötigen um den höchsten Punkt des Tages zu erreichen, aber das wusste ich – zum Glück – noch nicht. Irgendwann war fertig mit lustig und infolge der Steilheit der Piste musst ich immer wieder Pausieren, stossen musste ich aber (noch) nicht. Von einer Anhöhe aus bot sich eine interessante Aussicht auf eine von Erosion geprägte Landschaft. Bei einem Zwischenstopp nach einer der rasanten Abfahrten kurz vor der Mittagspause realisierte ich dann, dass die PET-Flasche mit den 2 Liter Quellwasser fehlte, welche ich am Morgen auf die linke, vordere Radtasche geschnallte hatte. Somit hatte ich noch weniger wie vier Liter Trinkwasser übrig, etwas wenig um auf dem Weg nach San Pablo – dem nächsten Dorf - noch eine Übernachtung einzulegen: Aus Erfahrung wusste ich, dass ich etwa 3.5 L für eine Übernachtung (1 L für die obligatorische Tasse Bouillon und das Abendessen, 1 L Tee danach, 0.5 L für die Nacht und 1 L fürs Frühstück) und schätzungsweise 1 L für einen strengen, halben Fahrtag benötigte. Somit war es vernünftiger etwas Gas zu geben um vor dem Eindunkeln in San Pablo anzukommen. Bis dahin war aber noch harte Arbeit nötig, vor allem die 300 Höhenmeter hoch auf ein hügelige Hochebene „Cancha Loma“, bereits auf über 4'600 m.ü.M. gelegen, verlangten viele Halte, vor allem wegen den bereits erwähnten steilen Rampen vor den Kurven. Immerhin waren die anschliessenden zehn Kilometer bis zum Paso del Diablo – mit 4'740 m.ü.M. der höchsten Punkt der Etappe - nicht mehr ganz so streng, aber mit Beinen, die sich bereits seit ein paar Stunden leer anfühlten, reichte das vollkommen. Zum Glück hatte ich nicht das Pech, dass der Pass mit Sand zugeweht war, was man mir später in San Antonio de Lipez erzählen sollte. Wie auch immer, es dauerte nur noch etwas mehr wie eine Stunde bis ich 500 Höhenmeter weiter unten im Gegenlicht der untergehenden Sonne endlich das an einem Flüsschen gelegenen San Pablo de Lipez erblickte. Kurze Zeit später überquerte ich die Brücke und fuhr von Süden in das Dorf ein, wobei ich kurz nach der Brücke eine Hosteria passierte. So viel Luxus wollte ich mir nicht gönnen und bog dann kurz danach links ab, wo ich das Hostal Montaña (35 Bolivianos, 10 Bolivianos extra für eine warme Dusche) fand. Die Unterkunft war einfach aber sauber, gut genug für meine „müden Knochen“. Leider gab es kein Restaurant hier, immerhin aber einen kleinen Laden im Hostal mit einer Auswahl an Lebensmitteln und was man sonst benötigt in der Abgeschiedenheit. Nach der kalten Katzenwäsche (fragt mich nicht, weshalb ich mir die warme Dusche nicht gegönnt hatte, irgendwie kommt mir das im Nachhinein - ein Jahr später - irgendwie schräg vor) kochte ich mir Spaghetti um mich dann im Zimmer, dass ich alleine für mich hatte, aufs Ohr zu hauen. Zur Anmerkung: ich hatte Licht im Zimmer und auch die Steckdose funktionierte).

Fahrstatistik:

-Fahrtag 57 30.10.12 Tupiza - ca. 2 km nach Nazarino (alles Piste):

l: 34.2 km, t: 5h 31 min, v mittel: 6.2 km/h, v max: 24 km/h, Höhendifferenz: 1438 m, h max: 4305 m.ü.M.

-Fahrtag 58 31.10.12 2 km nach Nazarino - Camp bei Cerro Tres Cerillos (alles Piste):

l: 52.3 km, t: 6h 39 min, v mittel: 8.2 km/h, v max: 31 km/h, Höhendifferenz: 1136 m, h max: 4390 m.ü.M.

-Fahrtag 59 01.11.12 Camp bei Cerro Tres Cerillos - San Pablo de Lipez (alles Piste):

l: 69.4 km, t: 7h 19 min, v mittel: 9.5 km/h, v max: 44 km/h, Höhendifferenz: 1342 m, h max: 4750 m.ü.M.



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