Vom Norden Perus bis ans südliche Ende des südamerikanischen Kontinents: Radreise von Trujillo nach Punta Arenas travel blog

Besuch im Valle de la Luna im Süden von La Paz zusammen...

Ein gemütliche Runde im Casa de Ciclista mit Pauline, Jaro, Iva, Alexi,...

Auf einem Ausflug mit Cristian, dem "Chef" des Casa de Ciclista.

Endlich geht's los (dachte ich wenigstens).

Bei der Fahrt aus La Paz heraus.

Das Wetter zeigte sich nicht immer von seiner besten Seite.

Kurz vor dem Ziel.

Corocoro, von wo ich noch am selben Nachmittag notfallmässig mit dem Bus...


Bericht folgt.

Ich bin immer noch in La Paz. Nachdem ich sicher anderthalb Wochen gebraucht habe bis ich die Routenplanung für Bolivien abgeschlossen hatte (studieren der Route auf Google Earth/Kartenmaterial + zusammenstellen der GPS Wegpunkte inkl. Routenbeschrieb) muss ich nur noch die Erkältung loswerden + und noch ein klein wenig Rückstand (;-) im Blog aufholen, damit es dann hoffentlich sehr bald mit dem Abenteuer Südwesten Bolivien losgehen kann.

Nachdem ich am 9.August aus Trinidad zurückgekehrt war verbrachte ich noch ein paar Tage bei der Familie von Betty, welche noch am 10.August für 3 Monate in die Schweiz verreiste.

Nach ca. 5 Wochen in La Paz war ich dann endlich in Richtung Süden sprich Uyuni aufgebrochen (dachte ich wenigstens). Der erste Tag mit der Fahrt nach El Alto (ca. 500 Höhenmetern) und dann weiter nach Viacha verlief eigentlich problemlos. Ich musste einfach auf den letzten 100 Höhenmetern auf eine andere Strasse wie geplant ausweichen, da ein Protestumzug von Mienenarbeitern auf dem Weg in die Stadt war. Mit diesen war offenbar nicht zu spassen und deshalb war auch die Strasse durch die Polizei gesperrt. Am nächsten Tag - auf der eher uninteressante Etappe nach Corocoro - hatte ich dann so auf der Hälfte ziemliche Probleme. Einerseits fühlte ich mich ab ca. der zweiten Hälfte sehr Müde, vorher war es mir eigentlich gut gegangen, andererseits konnte ich nicht mehr wie normal tief einatmen, dass heisst ich spührte einen Druck auf der Lunge und einen leichten Schmerz. Dazu kamen noch Schwindelgefühle bei grösserer Anstrengung. Nach vierdreiviertel Stunden kam ich dann endlich in dem Minendorf Corocoro an - ich war so richtig futsch - wo ich erst einmal die Kopien von einem Höhenmedizinbuch studierte - da ich denn Verdacht hatte, es könnte ein Höhenlungenödem sein (unbehandelt kann dieses innert weniger wie 24 h tödlich sein). Die beschriebenen Symptome passten ziemlich und so fuhr ich zum "Spital" runter, wo ich nach viel gepoltere ans Tor jemanden zu Sprechen bekam. Der Mann meinte dabei, dass man mir hier nicht viel helfen könnte. Man sei nur für 1. Hilfe ausgerüstet. Besser sei es den Bus zurück nach La Paz zu nehmen. Dass hätte ich eigentlich auch so getan. Zuerst einmal musste ich mein schwerbeladendes Velo wieder die steile Pflastersteinstrasse hochschieben, was in meinem Zustand ein sehr zweifelhaftes Vergnügen gewesen war. Zum Glück halfen mir gegen Schluss noch zwei Männer beim Stossen:-) Das Ticket war rasch gekauft und billig (15 Bolivianos, resp. ca. 2 CHF), das gute war vor allem, dass der Bus bald fuhr und ich nicht noch langen warten musste. Die paar wenigen Minuten nutzte ich noch um von einem Lädelchen auf der anderen Seite von der Plaza Principal bei der Familie Lopez in La Paz anzurufen, um mitzuteilen, dass ich mit einem evtl. ernstem Probelem nach La Paz zurück kommen würde. Da der Bus schon am Hupen war eilte ich so gut es ging hinaus und hätte im Stress beinahe meine Lenkertasche mit Feldstecher, Kamera, Multitool und GPS im Laden vergessen, wenn da nicht der nette Ladenbesitzer gewesen wäre, der mir nach mir rief. Der Bus war bereits am Fahren - mit meinem Fahrrad und all meinem Gepäck auf dem Dach des Busses festgezurrt, obwohl es noch nicht einmal exakt 17:00 war. Er hielt dann doch noch einmal an um mich einsteigen zu lassen. Die Fahrt bis weit vor dem Bezirk "Ceja" im El Alto dauerte ca. 3 Stunden, wobei vor allem die kurze Strecke Viacha zur "Endstation" ewig dauerte infolge der z.T. schlechten Strasse, Geleisen, Speedbumps, viel Verkehr und dem langen Anstehen an der Gastankstelle. War ich froh, dass die Strasse seit letztem Jahr asphaltiert war, sonst hätte es noch 2 Stunden länger gedauert. Unterwegs hatte es so nebenbei noch etwas geregnet, mit ein paar Blitzen am Horizont. Mittlerweile ging's mir eigentlich wieder viel besser.

Mit der Hilfe von einem netten, älteren Mitfahrer fand ich bald ein Taxi der mich mit dem Fahrrad auf dem Dach und dem Rest des Gepäcks im Kofferraum in`s Casa de Ciclistas hinunterfuhr (für 130 Bolivianos, was wohl wucher war, aber was solls). An dem Abend begleitete mich Rodrigo zu einem Spital - was supernett war (vielen Dank!!!), wo ich mich untersuchen liess. Der Arzt fand nichts, empfohl mir aber am nächsten Tag nochmals vorbeizukommen um das Blut zu untersuchen und die Lungen zu röntgen. Was ich auch machte. Resultat: alles in Ordnung. Ich müsste einfach eine Woche ausruhen und ein Blutgefässerweiterndes Medikament für 5 Tage einnehmen. Sehr wahrscheinlich war die Anstrengung der zwei Fahrradtage nach den ca. sechs Wochen inaktivität zu gross gewesen.

Ich starte nun morgen morgen (am 1.Oktober) meinen zweiten und hoffentlich erfolgreichen Versuch meine Reise fortzusetzen. Nachdem ich vor 5 Tagen kurz Krank war (Magenverstimmung und für ein paar Stunden Fieber - bis zu 38.8 Grad Celsius) fühle ich mich jetzt eigentlich wieder fit. Ich werde mit dem Bus zuerst zum Flughafen im El Alto fahren und von da aus mit dem Fahrrad zu einer Busgesellschaft, mit welcher ich dann nach Corocoro fahre. Von da geht es dann per Rad weiter, wahrschenlich nur noch ein paar Kilometer in Richtung Callapa weiter bevor ich dann mein Zelt aufschlagen werde.

Fahrstatistik:

-Fahrtag 40 14.09.12 La Paz - Viacha (alle Asphalt):

l: 37.5 km, t: 3h 11 min, v mittel: 11.8 km/h, v max: 31 km/h, Höhendifferenz: 500 m, h max 4100 m.ü.M

-Fahrtag 41 15.09.12 Viacha-Corocoro (alle Asphalt):

l: 71.7 km, t: 4h 42 min, v mittel: 15.3 km/h, v max: 59 km/h, Höhendifferenz: 680 m, h max 4140 m.ü.M



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