Vom Norden Perus bis ans südliche Ende des südamerikanischen Kontinents: Radreise von Trujillo nach Punta Arenas travel blog

Auf dem Weg zum Abra Imperial (Pass auf 3850 m.ü.M.)

Die nächsten zwei Tage hiess es dem Rio Mantaro zu folgen.

Der Knabe versucht gerade eine verbeulte Felge zu zentrieren, viel Glück!

Nelson und sein Hündchen Cusco, das in einem Korb auf der Fahrradtasche...

Tag drei seit Huancayo, das Auf und Ab der Piste konnte die...

Abendstimmung, und ein Platz zum Zelten war auch schon in Aussicht:-)

Viel Regen fällt nicht - Kakteen nahe Mayocc (ca. 2'200 m.ü.M.)

Daniel, der deutsche Wanderarbeiter und sein Hund - seit 14 Jahren in...

Farbtupfer.

Plaza de Armas von Ayacucho.


Wie schön war es wieder bei herrlichem Wetter auf dem Rad zu sitzen und loszufahren. Mit dem GPS hatte ich auch keine Probleme aus der Stadt herauszufinden. Es geht sicherlich auch problemlos ohne Hilfe aus dem Weltall, aber ich wollte es einfach mal ausprobieren. Die OSM (open source map)-Karte von Peru schein doch ziemlich genau zu sein. Wie auch immer ich hatte mich offenbar recht gut erholt und so war der erste Fahrtag, der über den ca. 3'870 m.ü.M. gelegenen Pass Abra Imperial ins Valle de Rio Mantaro führte der wohl Angenehmste auf dem Weg nach Ayacucho. Es half natürlich, dass von den 80 km nur die letzten 12 km unasphaltiert waren.

Spätestens ab dem dritten Tag war dann fertig lustig. Ich war am Tag zuvor nicht allzu weit gekommen unter anderem deshalb, weil ich einem portugisischen Radler begegnete, welcher bereits drei Jahre unterwegs ist (ab Kanada bis runter nach Feuerland und wieder hoch bis Peru) und nun seit Cusco mit einem Hündchen gleichen Names quasi Huckepack (das Körbchen hatte Nelson auf der Gepäcktasche hinten rechts befestigt). Wir assen zusammen mittag, wobei Nelson auch gleich Reis kochte. Wie es so kam plauderten wir natürlich viel, was dazu führte, dass ich erst um drei Uhr nachmittags wieder in die Pedalen trat, wodurch ich mich gezwungen fühlte noch möglichst viele km abzuspuhlen (25 km bis zur Mittagspause schienen mir doch recht wenig). Als es dann bereits 17 Uhr geworden war machte ich mir langsam Gedanken, wo ich wohl mein Zelt aufstellen konnte (möglichst nicht einsehbar von der Strasse, wie die Nacht vorher). Per Zufall traf ich einen älteren Fahrradfahrer, Carlos, welcher auf der gegenüberliegenden Flussseite sein Land hatte. Die Einladung bei sich zu Uebernachten nahm ich gerne an, und er meinte es sei kein Problem auf die andere Seite des Rio Mantaro zu gelangen (mit seinem Bike auf jedenfall). Es war dann aber eine ziemliche Uebung das beladene Bike zu zweit den steilen Weg runter zu buxieren, zu entladen, da ein kurze Steilstufe zum Fluss hinunter führte, das Material ein paar Meter durch halb knietiefes Wasser zu tragen und das ganze wieder am Fahrrad zu montieren um es dann über eine 100 Meter lange Kiesbett und dann denn Hang zum Anwesen hinauf zu schieben. Sehr schade ist, dass das Ufer von seinem Anwesen richtiggehend zugemüllt ist. Dies ist jedoch nicht seine Schuld. Der ganze Schrott wird einfach in den Fluss geworfen und dann bei Hochwasser dort angeschwemmt. Eine ziemliche Sauerei! Es wäre nämlich ein schöner Ort. Etwas traurig stimmte mich, dass Carlos in einem kleinen Häuschen mit einem schäbigen Zimmer wohnt, obwohl im eigentlichen Haus alles da wäre und von nicht schlechter Qualität. Aber offenbar ist das Problem das Putzen. Er hat gar keine Zeit dafür (seine Frau und die Kinder wohnen so nebenbei in Lima), und so bleibt alles ziemlich unbenutzt, eigentlich eine Schande. Wie auch immer, ich lehnte sein Angebot im Gästezimmer gleich neben seinem Wohnraum zu Uebernachten dankend ab mit der Argument, dass ich liebr zelten würde. Der eigentliche Grund war, dass das Bett mir zu "versifft" war. Wie auch immer, ich schätzte zwar seine Gastfreundschaft, aber es ärgerte mich doch ziemlich, dass ich am nächsten Tag erst um halb zwölf Uhr Mittags wieder in die Pedale treten konnte (er wollte mir noch unbedingt das Anwesen zeigen, was ich nicht ausschlagen konnte, ich wollte ja nicht unhöflich sein). Am darauffolgenden Tag - mittlerweile war ich am Dorf Mayocc vorbeigekommen und die Landschaft war doch ziemlich wüstenartig mit vielen Kakteen - traf ich einen deutschen Wanderarbeiter mit seinem Hund an. Daniel sah doch ein wenig heruntergekommen aus, aber das ist auch kein Wunder nach 14 Jahren zu Fuss unterwegs in Südamerika. Er arbeitet dabei dies und das (u.a. in der Landwirtschaft und im Bauhandwerk) und lebt offenbar ziemlich von der Hand in den Mund (sein Hund fresse ich quasi das Geld weg). Gesundheitlich ging es im offenbar auch nicht so toll (Durchfall von schlechtem Wasser) und so war er froh, dass ich ihm eine Banane und Kekse gab. Da er offenbar ziemlich blank war (er meinte, dass er sich die leckere gefüllte Kartoffel (Papa rellena) in Mayocc nicht leisten könnte) gab ich im noch 20 Soles (ca. 6-7 CHF). Von dem Dorf an ging es wieder aufwärts und so war die Pedalerei ziemlich schweisstreiben. Ab dem Städtchen Hanta am Hang vor dem letzten "Pass" gelegen war die Strasse wieder asphaltiert und so kam ich dann wieder gut vorwärts und so kam ich noch über den Berg und fand noch ein ansprechendes Plätzchen für mein Zelt bevor die Sonne unterging. Die Fahrt nach Ayacucho am Tag darauf hätte eigentlich nur ein Formsache sein sollen - so dachte ich wenigstens - aber nachdem ich mich nach den paar hundert Höhenmetern Abfahrt einiges tiefer wie mein Ziel befand schwante mir, dass ich wohl doch noch den einen oder anderen Schweisstropfen verlieren würde. Dem war dann auch so und vor allem die Einfahrt in die Stadt vom unteren Ende her durch den ziemlich triste Vorort brauchte doch noch etwas Durchhaltewille.

Nach zwei Ruhetagen in Ayacucho - mit seiner schönen Innenstadt mit den vielen Kirchen und Gebäuden aus der Kollonialzeit - wartete ein weiteres Stück ziemlicher Pedalerei auf mich. Auf der Strecke bis Cusco warteten in etwa 4 4000er Pässe auf mich und dazwischen ging's immer wieder weit hinunter.

Bericht wird fortgesetzt (bin momentan in Abancay und werde am Samstag die nächste Etappe in Angriff nehmen.

Fahrstatistik Huancayo bis momentan Ayacucho:

Fahrtag 17 30.06.12 Huancayo - wild gezeltet ein paar km nach Marical Cacares (12 km Piste, rest Asphalt)

l: 80.3 km , t: 5h 12 min, v mittel: 15.4 km/h, v max 53.6 km/h , Höhendifferenz: 871 m, h max: ca. 3870 m.ü.M

Fahrtag 18 01.07.12 Camp nach Marical Cacares - Amaco (gezeltet bei Carlos) (alles Piste)

l: 48.3 km , t: 3h 52 min, v mittel: 12.4 km/h, v max 33.1 km/h , Höhendifferenz: 479 m , h max ca. 2800 m.ü.M

Fahrtag 19 02.07.12 Amaco - wild gezeltet nach La Esmeralda (alles Piste)

l: 49.8 km , t: 4h 23 min, v mean: 11.1 km/h, v max 38.1 km/h , Höhendifferenz: 718 m , h max ca. 2500 m.ü.M

Fahrtag 20 03.07.12 Camp nach La Esmeralda - Camp nach Huanta (ab Huanta Asphalt (ca. 18 km, rest Piste)

l: 63.8 km , t: 5h 57 min, v mean: 10.7 km/h, v max 46.3 km/h , Höhendifferenz: 1189 m ,h max ca. 3030 m.ü.M

Fahrtag 21 04.07.12 Camp nach Huanta - Ayacucho (meistens Aspahlt)

l: 29.7 km , t: 1h 54 min, v mean: 15.6 km/h, v max 53.4 km/h , Höhendifferenz: 355 m , h max ca. 3030 m.ü.M

Für diejenige, welche die Fahrstatistik seit Trujillo interessiert:

Fahrstrecke von Trujillo bis Ayacucho: 1205 km

Fahrzeit : 94 h

Höhenmeter : 16822 m

Fahrtage : 21



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