Vom Norden Perus bis ans südliche Ende des südamerikanischen Kontinents: Radreise von Trujillo nach Punta Arenas travel blog

Welch netter Zufall, dass ich den taubstummen Jungen nochmals antreffe!

Etwas ausserhalb von Huánuco.

Für uns gab es bei dem Anblick keine andere Alternative als uns...

Anblick auf einen Teil der Mine von Colquijirca.

Da sind endlich wieder die Alpakas:-)

Neu trifft alt - Besuch der Kirche von San Pedro de Pari.

Es gab viele nette Menschen kennenzulernen.

Gut war ich auf der westlichen Seite der Lagune unterwegs.

Dorfeingang von Ondores.

Vorbereitungen für das Fest in Ondores: ein Schaf wird gewogen, wofür wohl?

Tristes Wetter beim Verlassen von Junín.

David und Familie in Huaricolca.

Abschiedsfoto mit Prudencio in seinem little Oxapampa.


Kurz nachdem ich mit Jons und Martina am Dienstag morgen, nach anderthalb Ruhetagen losgefahren waren mussten sie infolge von seltsamen Pedalgeräuschen Zwischenhalt machen. Bei meiner Weiterfahrt kam es zu einem unerwarteten Wiedersehen mit dem jungen, taubstummen Schuhputzer, welchen ich in einem Markt von Huanuco kennengelernt hatte. Er war in Cerro de Pasco, einer tristen Minenstadt südlich von Huánuco, geboren und hat einen Bruder, der ebenfalls Taubstumm ist. Gegen Mittag traf ich wieder auf Jons und Martina und so hielten wir im angenehmen Schatten eines Busunterstandes unsere Lunchpause. Nach einem erstaunlich anstrengenden Fahrtag zelteten wir nochmals wild, nahe eines Flusses weit unterhalb der Strasse. Dies war dann aber am Tag darauf infolge des aufziehenden schlechten Wetters nicht mehr ratsam. Wir befanden uns auch auf 4300 m.ü.M., entsprechend froh waren wir im kleinen Städchen Colquijirca ein ganz einfaches Hostal zu finden. Mein kleines Zimmer für umgerechnet ca.3 CHF bot ausser einem Bett und einem Tischen nicht mehr, aber warm - ca. 15 °C - war es alleweil. Zwischendurch regnete es immer wieder, aber nicht stark. Eindrücklich war es den Lichter der Fahrzeugen in der nahegelegenen Offentagbau Mine zuzuschauen. Diese ist auch DER Arbeitgeber hier. So waren eigentlich fast alle der Gäste im Hostal Minenarbeiter.

Am Morgen darauf zeigte sich das Wetter wieder von seiner schönen Seite und es war eine Freude loszuradeln. Jons und Martina waren schon vorausgefahren, aber da sie gedachten mir einen Pfeil aus Steinen auszulegen, falls sie die nahegelegene Lagune Chinchaycocha besuchen sollten. Entweder hatten sie ihren Plan geändert, dem Naturschutzgebiet einen Besuch abzustatten oder ich hatte die Markierung einfach übersehen, jedenfalls hatte ich sie von dem Tag an bis auf weiteres aus dem Augen verloren. Ich entschied mich also ein paar Kilometer nach dem Verlassen des Oertchens die Abzweigung nach Vicco zu nehmen, welche mich schlussendlich zur Laguna führen sollte. Da es nicht viel Niederschlag über Nacht gegeben hatte sollte die Piste auch problemlos befahrbar sein. Dies war der Vorbehalt gewesen, welchen wir gestern Abend gehabt hatten. Wie auch immer, die Fahrt entlang der Lagune mit seiner grossen Vielfalt an Vögeln - von Blesshühnern über Enten, Gänse, Ibisse bis zu Flamingos war sicherlich das Highlight der Etappe nach Huancayo, abgesehen von den vielen freundlichen Leute, welche ich unterwegs traff. So plauderte ich unter anderem mit einem Schäfer, ein Motorradfahrer, einer Frau, welche auf ihren Mann wartete und Strassenarbeiter, welche Schlaglöcher ausbesserten. Ich kam zwar nicht wirklich vorwärts, aber das war in dem Moment eigentlich egal.

Nach einem langen Fahrtag kam ich dann endlich in Junín an, erstaunlicherweise ohne Regen abekriegt zu haben, obwohl es rund um den See eigentlich ziemlich mies aussah. Am nächsten Tag traf ich mich mit Santiago, einem Bauern aus Ondores, welcher mich zum mehrtägigen Fest in seinem Dorf eingeladen hatte, um an den Vorbereitungen beizuwohnen u.a. wurden da Schafe vor dem Schlachten gewogen und ich konnte dann auch live zusehen wie es zwei Böcken im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen ging. Das war nichts für schwache Nerven und auch nichts für eine Hygienefachmann. Aber so wird es halt auf dem Land gemacht.

Nachdem ich das Fest sausen gelassen hatte machte ich mich einen Tag früher wie geplant in Richtung Huancayo auf. Der Anfangs ziemlich trübe und etwas nasse Tag besserte sich zusehends, so dass ich in der zweiten Tageshälfte den langen Anstieg von Tarma zur Loma larga, einem 4’200er Pass, in Angriff nahm. In einem Dörfchen auf 3’800 m.ü.M. war dann mangels Uebernachtungsalternativen schluss, wobei ich schlussendlich bei David, einem Bauern /Taxifahrer und seiner Familie unterkam. In der Nacht schlug dann die Erkältung (Halsschmerzen) wieder zu, was mich dazu bewog mich von David nach Jauja zu chauffieren zu lassen (zwecks Verkürzung der Genesung). Auch so kostet es mich alles in allem etwa vier Tage bis der Körper wieder OK sagte. In Jauja blieb ich zwei Tage, wobei ich am letzten Abend Prudencio, einen Sportlehrer und ehemaliger nationaler Mountainbike-Champion kennenlernte. Er lud mich zu sich nach Hause ein, wo wir den ein, zwei heisse Tees mit Schuss genossen und viel Plauderte. Langer Rede kurzer Sinn, ich komme wohl nicht darum herum ihn bei der nächsten Südamerikareise (er wird dann wohl bereits pensioniert sein und bei seiner Familie in Oxapampa leven) besuchen zu gehen.

Nach einer kurzen Etappe von Jauja nach Huancayo dauerte es nochmals zwei Tage bis ich vollkommen Gesund dann endlich nach Ayacucho aufbrechen konnte.

Fahrstatistik von Huanuco - Huancayo:

Fahrtag 12 19.06.12 Huánuco- wild gezeltet vor Huriaca (alles asphalt)

l: 59.5 km , t: 4h07, v mittel: 14.5 km/h, v max 42.0km/h , Höhendifferenz: 954m , h max 2730m

Fahrtag 13 20.06.12 wild gezeltet vor Huriaca-Colquijirca (alles asphalt)

l: 64.1 km , t: 5h 48 min, v mittel: 11.0 km/h, v max 46.1km/h , Höhendifferenz: 1604m , h max 4320m

Fahrtag 14 21.06.12 Colquijirca-Junín (Ab Vicco Piste)

l: 76.1 km , t: 5h 32 min , v mittel: 13.8 km/h, v max 41.0km/h , Höhendifferenz: 684m , h max ca 4250m

Fahrtag 15 24.06.12 Junín-Huaricolca (alles Asphalt):

l: 84.4 km, t: 5h 52 min, v mittel: 14.4 km/h, v max: 54.3 km/h, Höhendifferenz: 1084 m, h max 4195 m.ü.M

Fahrtag 16 27.06.12 Jauja-Huancayo (alles Asphalt):

l: 43.8 km, t: 2h 24 min, v mittel: 18.2 km/h, v max: 50.8 km/h, Höhendifferenz: 158 m, h max ca. 3400 m.ü.M



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