Christa's South Korea Adventure travel blog


Today in class there was a student coming late. He came 20 min later and ask me if he could sign in the attendance list. I neglected as I told the students at the beginning that their attendance was part of the final grade (of course, I always have some minutes spare, but 20 were too much). He looked at me one short moment, apologized, then bowed several times and walk away from me, still bowing. Phuu, seeing this was a strange feeling. I suddenly understood a high power culture. An hour later, I was reading the feed-backs of the students concerning last week. One student wrote: I apologise once more for being late today, but I had an oral exam. It began to dawn on me that he was the one bowing. So, I approached him, asked for his name and then just put the attendance list in front of him. He glazed at me, made a sign that now he did not have to cry and signed. I bowed my head, he bowed again and harmony settled in. Wow, this very incident taught me a lot on high power and high context.

Heute kam ein Student zu spät und zwar 20 Minuten. Ich muss eine Anwesenheitsliste führen und gleichzeitig ist die Anwesenheit auch Teil der Abschlussnote. Die Studenten wissen das. Für mich persönlich baue ich jeweils eine Pufferzone von 10 Min ein, aber was danach ist, wird nicht mehr toleriert. Nun, der Student kam zu mir nach vorne und fragte, ob er sich einschreiben könnte. Ich verneinte. Dann schaute er mich kurz an, schlug die Augen nieder, entschuldigte sich und begann, sich zu verbeugen. Er lief rückwärts von mir weg und verbeugte sich mehrere Male. Phuu, das war ein wenig komisch und irgendwie hatte ich die Intuition, dass etwas nicht ganz stimmte. Eine Stunde später las ich die Testfragen zur letzten Woche durch. Da gebe ich den Studenten auch die Möglichkeit, mir noch etwas zu sagen. Einer schrieb: ich entschuldige mich nochmals, dass ich heute Morgen zu spät war, aber ich hatte eine mündliche Prüfung. Ooops, dachte ich, ob das wohl derjenige der war? Also, ging ich auf ihn zu, fragte ihn nach seinem Namen und es war tatsächlich er. So schob ich ihm ohne ein Wort zu sagen, die Anwesenheitsliste hin, er blickte kurz auf, machte mit den Händen ein Zeichen, dass er jetzt nicht weinen müsse, schlug die Augen wieder nieder und unterschrieb. Ich nahm die Liste entgegen, beugte leicht den Kopf, er verbeugte sich nochmals und die Sache war geritzt, sprich die Harmonie wieder hergestellt. Dieser kleine Zwischenfall hat mir soviel über diese Kultur (Hohe Machtdistanz und indirekte Kommunikation) gelernt und mir sind noch weitere Schuppen von den Âugen gefallen. Es ist unglaublich, wieviel Feines hier zwischen den Zeilen abläuft, eben kontextuell und ohne viele Worte. Und wir 'Andersgestrickten' trampeln darin rum, wie Elefanten und sind nicht mehr in der Lage, uns da reinzufühlen und zu verstehen. Wenn ich manchmal meine Kollegen beobachte wie sie Fragen stellen und nochmals und nochmals, obwohl die Antwort schon lange klar ist, wenn man genau hinhorcht, dann wir es mir weh. Und wenn ich da an die Businesswelt denke, wird mir gleich übel. Korea öffnet mir die Augen für diese Feinheiten, oder eben nicht die Augen, sondern meine ganzen Sinne und Wahrnehmung auf allen Ebenen.



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