El Diario travel blog

Centro Santa Marta

Markt Santa Marta

El Pipe

Yo y El Pipe

Mit Marcial kurz vor meiner Weiterreise

Cartagena Altstadt

Mein Haus, meine Strasse, mein Viertel: "El Laguito"

Skyline El Laguito aus der Ferne

Blick ueber die Stadtmauern Cartagenas

Ich auf der Stadtmauer Cartagenas

Markt im Aussenquartier

Trotzdem Farbenfroh

Mein Bett fuer vier Tage

Mein Zimmer

Private Clases de Salsa

Strassenszenen in Bogotá

Bogotá

Monserrate

Regen und Kreuz - 5 Mintuen vor dem Crash

Autofreier Sonntag

Markt in Bogotá

In Bogotá

Manizales!

Zip Line in Manizales

Manizales Fun Park

Once Caldas Fussballstadion

Schneegipfel!

Abendstimmung

Manizales

Centro Manizales


Menschen wie Peter fuehlten sich wohl hier. Sie fuehlten sich wohl in Salento in der "Zona Cafetera". Peter, das ist ein Blog-Mitleser (Hallo Peter!) und Skilagerleiter-Mitstreiter im Januar auf der Sellamatt. In seine Tasche packte Peter damals neben Skis und Helm nicht etwa warme Unterwaesche, sondern eine Kaffemaschine. Eine Woche lang versorgte er das Leiterteam mit der Bruehe und noch viel mehr sich selbst. Jedes zweite Wort war Kaffe und jedes dritte Getraenk.

An Menschen wie Peter muss ich denken hier in Salento.

Salento ist ein kleines Dorf mitten in den unendlichen Kaffeplantagen der Zona Cafetera im kolumbianischen Hochland. Der Kaffe von hier landet in den Tassen rund um den Globus. Zum Beispiel auch in jenen damals im Toggenburg (gut, er koennte auch aus Brasilien, Kenya, Vietnam, Aethiopien oder Honduras stammen, aber, ich lege mich fest, er stammte aus Kolumbien!).

Aber warum erzaehl ich schon von Salento wo doch die letzten Wochen alles andere als schon kalter Kaffe sind. Die Tage und Wochen zuvor am karibischen Meer jedenfalls sorgten fuer gute Geschichten. Santa Marta. Ich liebte Santa Marta!

He amigo, vienes, come in!, rief Marcial.

Er rief es aus einem kleinen Tauchladen neben meinem Hotel heraus, den ich eben passierte. Gut: Marcial hat in Basel auf dem Bau gearbeitet, er hat an der Zuercherstrasse gewohnt und in der Kuppel getanzt. Es gab viel zu erzaehlen und das taten wir bei Bier auf dem Trottoir vor seinem Tauchladen. Mit Einbruch der Dunkelheit gesellten sich noch der witzige Besitzer meines Hotels, der benachbarte Beizer, ein weiterer Hotelgast und eine norwegische Hippie-Mutter mit klein Toechterchen dazu. Bis in alle Abendstunden sass so eine bunt zusammengewuerfelte Gruppe auf dem Trottoir und lebte das Leben von Santa Marta. Nicht ganz bis in alle Abendstunden; mit Marcial zog ich noch weiter in einen Club, mit der beste bisher in Colombia. Waehrnd der Tag auf den Strassen, auf dem Markt und am Meer vor sich hintrudelte und mit einem Besuch bei der uebergrossen "El Pibe" Statue (Valderrama) vor dem Sta Marta Fussballstadion abgerundet wurde, fand am Abend das ganze Trottoir-Theater seine naechste Auffuehrung in aehnlicher Besetzung.

Dann gings ab nach Cartagena. Sehr, sehr schoene, huebsche Altstadt umrundet von historischen Stadtmauern. Herausgeputzt, fast museumsmaessig. Ich vermisste das "echte" Santa Marta, fuehlte mich erst nicht so wohl. Dann mit jedem Tag mehr. Am Schluss fand ich Cartagena super. Ich traf Henry. Dank ihm erfuhr und sah ich viel von der Geschichte dieser Stadt. So wurzelt hier die Unabhaenigkeit der fuenf Staaten Venezuela, Kolumbien, Peru, Ecuador und Bolivien mit ihrem Anfuehrer Símon Bolívar. Mit Henry und per Mototaxi (Toeffruecksitz) gings weg vom "lonley plantet-Weg", auf einen Markt ausserhalb der "sicheren" Stadt, wo die armen Einheimischen in zum Teil ueblen, dreckigen Marktstaenden ihre Ware feilbieten. Eindrueckliche Erlebnisse, die man besser nicht ohne lokale Begleitung erfaehrt.

Und dann, der Gegensatz zum Markt: "Meine Wohnung". Ich couchsurfte (www.couchsurfing.com aka CS) im kolumbienweit als "it-Viertel" angesagten El Laguito auf einer Halbinsel mit meinen lieben Nachbarn Juanes, Shakira und Prinzessin von Monaco. Leider gabs nie ne Grillparty. Im zehnten Stock, 50 Meter vom karibischen Meer fand ich meinen Platz auf einem Balkon in einer Haengematte. Das rauschen des Meeres im Ohr zum Einschlafen. Und zum Aufwachen das surren des Regierungshelikopters. Er flog auf augenhoehe Nathalie Rickli ("Im Nationalrat stinkts"/Blick.ch / und andere erfolgreiche Politiker dieser Welt) vorbei und brachte sie zur Riesenvilla auf der Insel gegenueber. Die Villa ist so quasi das "Camp David" der kolumbianischen Regierung. Nun, von meinem Luxus-Balkon sah ich neben der Luxus-Insel noch eine andere Insel.

Sie hat seit 2009 Elektrizitaet.

Ich nahm den Aires-Jet nach Bogotá. Ausnahmsweise, da ich sonst den Bus vorziehe. Bogotá hiess mich mit einem Regenschauer der staerkeren Sorte willkommen, als wollte es sagen: Junge, die suesse Zeit in der Karibik ist vorbei, dies hier ist Bogotá, haesslich und gross! Obwohl ich als Wetterfester nich dem Regen die Schuld in die Gummistiefel schieben moechte, blieb mein Verhaeltnis zur Stadt Santa Fe de Bogotá D.C kuehl wie das Wetter. An Sonntagen weiss die Stadt aber zu ueberraschen. Sie schliesst, und zwar jeden Sonntag im Jahr!, ihre Hauptverkehrsachsen. Die sonst hoffnungslos ueberfuellten Strassen bleiben autofrei; Zeit zum durchatmen. Die Leute stroemen zu tausenden und tausenden raus, nehmen die Strassen in Beschlag, fahren Velo, Rollschuh oder Skateboard, stossen den Buggy vor sich her, sie reden und lachen und haben eine gute Zeit miteinander. Da ich gute Zeiten toll finde, hab ich mir mit meinen CS-Gastgebern ein Velo gemietet und mitgemacht. Klar, ich wurde auch auf den Monserrate geschleppte, dem Aussichtspunkt (und Wallfahrtsort?) der Stadt. Die tolle Sicht ueber die 8-Millionen-Metropole wurde nur getruebt vom Smog; und dann von den aufziehenden rabenschwarzen Wolken. Die Strassen Bogotás waren innert Kuerze ueberschwemmt. Wir retteten uns ins naechste Taxi. In der Schweiz haben Taxis Sicherheitsgurte. In Kolumbien baumeln dafuer Kreuze vom Rueckspiegel oder Jungfrau Maria persoenlich sorgt in Bild- oder Statueform fuer Sicherheit. An jenem Tag aber war Kollege Petrus staerker. Das Taxi blieb in einer Senke im Wasser stecken, der Prolo-Jeep hinter uns uebersahs: Booom.

Ich persoenlich vertraue mehr in Sicherheitsgurte.

Die gute Marie begleitet einem aber auch auf den Langstrecken-Busfahrten. Von Bogotá ging es durch wunderbare Landschaften nach Manizales in der "Zona Cafetera". Wenn du dann auf einer kurvigen Bergstrecke weit unten in der Schlucht einen abgestuerzten Lastwagen raeuchnen siehst und dein Bus - eben ein Schild "Zona Peligrosa / Alta Accidentalidad" passierend - zwanzig Meter vor einer Rechtskurve zum Ueberholen eines 5km/h langsamer fahrenden Tanklastwagens ansetzt, dann suchst du auch als nicht-sehr-fest-Glaeubiger den Augenkontakt zur Statue vorne auf dem Armaturenbrett. Ich kam aber an in der wunderschoen gelegenen und ueberschaubaren Stadt Manizales. Manizales ist Hauptort von Caldas und liegt auf rund 2400m. Schaust du nach links, siehst du die 5'100m hohen, schneebedeckten Gipfel der Vulkane im "Parque de los Nevados", schaust du nach rechts, faellt dein Blick in die Unendlichkeit der zum Pazifik hin abfallenden Landschaft. Oder aber es praesentiert sich ein geniales Schauspiel von Sonnenlicht und eindruecklichen Wolkenformationen. Ich fuehlte mich hier viel wohler als noch in der Grossstadt, ausgenommen der zwei-drei Tage, wo mich fieses Fieber ausser Gefecht setzte. Nur, die Tage in Manizales sind auch schon wieder gezaehlt und ich reiste zwei Busstunden weiter nach Salento. Dem kleinen Nest, umgeben nur von Kaffeplantagen. Hier ist jedes zweite Wort Kaffe und jedes dritte Getraenk. Es ist da, wo Menschen wie Peter sich wohl fuehlten.

Geniesst den Kaffe.

Saemi

ps: to my english speaking friends i just can say the photos are more worth than thousand words. Try to make it better next time as i have to explore the tiny village Salento now and having a cup of fresh colombian coffee :-)



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